…. endlich unterwegs


Die Arena von Verona und ein Gladiator

Die Arena von Verona und ein Gladiator

In diesem Sinne ging es heute nach Verona. Um etwas verlorene Zeit gutzumachen und um zu sehen wie es mit den Füßen geht, entschlossen wir uns, daß ich die Strecke mit dem Fahrrad zurücklegen werde. Also rauf auf den Esel und ab nach Lazise. Die acht Kilometer waren recht easy, aber danach ging es bis kurz vor Bussolengo stetig bergauf und ehrlich, manchmal wäre ich lieber zu Fuß gelaufen. Trotzdem an dieser Stelle dem Fahrradmechaniker D. Burgmayr besten Dank, allerdings sollten wir uns nochmal bei meiner Rückkehr über den Antrieb unterhalten, der war ein bisserl fad. Ab Bussolengo ging es nur noch bergab und die ca. 35 km waren in 1,5 Std. geschafft. Morgen geht es zu Fuß weiter nach Soave.

Tip: Wer in Verona halt macht und Pizza mag, der sollte auf jeden Fall zur Pizzeria Bella Napoli, Via G. Marconi, 16 gehen. Mitten in der Stadt, preiswert, nur Italiener als Gäste und absolut lecker. Wer allerdings Wert legt auf aufgesetzte Freundlichkeit, extra Preis für das Gedeck und Tischdeckchen der sollte lieber in ein typisches Touristenlokal gehen, damit kann es leider nicht dienen. Mit vollgeschlagenem Bauch sage ich

Ciao, servus und bis morgen!

Hübscher Mann in Lazise (Keine Kommentare!)

Hübscher Mann in Lazise (Keine Kommentare!)

Abgesehen von einer kleinen Radtour nach Lazise war heute der Nieselregen das Highlight des Tages, deswegen mal in Kurzform ein Tagesablauf der letzten Tage:

Der Tag fängt immer schon am vorherigen Tag an mit der Besprechung des Tagesablaufes wie Zielbestimmung, Berechnung der Laufzeit ( 4 km/h) und der Startzeit an. Eine Stunde vor dem Aufstehen schaltet die Zeitschaltuhr die Heizplatte für das Dialysat ein, damit ich nach Gusto die Dialyse vor oder nach dem Frühstücken machen kann. Dann ist erst mal laufen angesagt. Ca. eine Stunde vor Eintreffen am Ziel gebe ich meiner Frau Bescheid, damit sie schon mal die Heizplatte einschalten kann, bzw. die Zeitschaltuhr wird entsprechend eingestellt. Nach Ankunft, Dialyse und anschließend Behandlung der Füße und alle drei Tage Verbandswechsel am Kathederaustritt. Anschließen essen fassen und wenn die Zeit bleibt noch eine Stadtbesichtigung. Vor der Bettruhe nochmal schnell Dialyse und Blog schreiben und dann ist schnarchen/schlafen angesagt. Während der Dialyse wird die Zeit genutzt um Karten zu studieren, den nächsten Tag zu besprechen oder notwendige Telefonate zu führen. Das wars.

Klingt fast so wie bei allen anderen Wanderern und abgesehen davon, dass so ein paar Sachen bei mir nicht mehr ganz so funktionieren (Nieren, Bauchspeicheldrüse und, nach Meinung anderer, ab und zu das Hirn) bin ich auch wie andere Wanderer.

Ciao, servus und bis morgen!

Gruppentherapie

Danke, daß Ihr da wart!

Gottseidank war heute mein Nephrologe samt Golden Girls (nicht so alt, aber so nett) bei mir zu Besuch und nach kurzer Visite stellte der Doc fest, daß ich wohl bis zu vier Liter Wasser in den Füßen habe.  Er hat beschlossen, daß ich ein besonderes Dialysat und spezielle Tabletten zur Entwässerung häufiger zu nehmen habe. Großes Lob an die Firma Baxter, welche mir mit einem Kurierdienst heute noch dieses besondere Dialysat hat zukommen lassen. Werde aufgrund des Befundes morgen noch einen Ruhetag einlegen und übermorgen mit dem Fahrrad die verlorene Zeit wieder aufholen. Das für mich interessante ist, jetzt endlich zu wissen was dicke Beine sind. Grüße aus Bardolino und

Ciao, servus und bis morgen!

Hässliche Retter?

Hässliche Retter?

Aufgeben ist nicht, war mein erster Gedanke heute. Es galt eine Lösung zu finden für die geschwollenen, druckempfindlichen Füße, deswegen ab nach Bardolino einen Sprizz und Espresso bestellt und los ging es mit grübeln. Ok, das Grübeln war schon abgeschlossen bevor ich in Bardolino ankam, nämlich neue Schuhe, aber den Sprizz und den Espresso gab es trotzdem. Sind meine Retter nicht ein gelungenes Beispiel für hässlich, aber praktisch? Alle Riemen sind verstellbar und sie sind leicht gepolstert. Freue mich schon auf übermorgen, um sie nach Verona ausprobieren zu können.

Wenn die Schuhe auch nicht helfen, dann bleiben immer noch auf den Händen laufen, robben oder? Vielleicht fällt Euch was ein!

Halte Euch auf dem Laufenden ob die Schuhe mich am laufen halten. (Welch Wortspiel!)

Ciao, servus und bis morgen!

Castelletto di Brenzone

Castelletto di Brenzone

Was ist das?

Hat einen Buckel am Rücken, dicke Füße, eine rote Haut, manchmal süßes Blut und einen eisernen Willen?

Genau, ein dialysepflichtiger Diabetiker mit Rucksack, Blasen an den Füßen und einem Sonnenbrand!

Wollte heute unbedingt nach Bardolino (ca. 35 km) um dann zwei Ruhetage zu haben um meine Wunden lecken zu können. Also tapte mir meine Frau meine gesammelten Blasen (nicht meinen Mund) und ab ging es auf den Weg. Am Anfang wieder mit zusammengebissenen Zähnen, aber die Schmerzen ließen schon kurz nach Malcesine nach. Bei schönem Wetter und einer leichten Brise aus dem Süden ging es immer am See entlang bis Torri del Benaco. Von allen Siedlungen auf dem Weg gefiel mir ganz besonders Castelletto di Brenzone. Wenn ihr in der Gegend seid, unbedingt hin! Erst ab Torri del Benaco musste ich auf die Straße ausweichen. Ab hier meldeten sich auch Dorit und ihre Geschwister wieder, also wieder die Zähne zusammen (Gott sei Dank war ich vor der Tour noch beim Zahnarzt) und immer weiter mit dem Ziel vor Augen auf zwei Tage Erholung. Als ich endlich dann am Ziel einhumpelte, konnte ich erst richtig realisieren welch schönen Tag ich heute hatte trotz aller Schmerzen.

Jetzt muss ich Schluß machen, denn Oberschwester Susanne naht um nach den Familienangehörigen zu sehen.

Ciao, servus und bis morgen!

Römerstrasse nach Torbole

Römerstrasse nach Torbole

Start war in Rovereto, von wo es erstmal wieder auf meinem bekannten Weg noch etwas an der Etsch entlang bis auf die Höhe von Mori ging. Hier verließ ich dann endgültig meine gelben Seiten-begrenzungslinien und wunderte mich kurz darauf, warum in Mori scheinbar alle Kinder Fußball spielten (Fußballinternat?). Nachdem die Kinder mich nicht mitspielen lassen wollten (die waren so gemein zu mir!) wanderte ich weiter Richtung Passo S. Giovanni. (Vor dem Pass ist ein wunderbares Biotop, welches einen Stop wert ist.) Nun ging es nach Nago und im Ortszentrum Richtung Castell, um dann den Fußweg nach Torbole zu nehmen (alte Römerstraße). Der Abstieg zu Fuß war das Highlight des heutigen Tages. Der Gardasee, die Berge ringsherum, Torbole von oben und die tollen Düfte des Frühlings ließen mich eine Zeit verweilen und von alten Jugendzeiten träumen. In Torbole gab es dann drei Möglichkeiten des Weiterkommens. Zu Fuß: auf der Küstenstraße durch mehrere Tunnels. Per Schiff: zu teuer und zu langsam oder mit dem Bus. Mit selbigen ging es dann bis nach Malcesine und zu Fuß wieder zurück nach Navene und somit zu meinem heutigen Etappenziel. Insgesamt waren es dann ca. 21 km.

Meinen Blasen konnte ich kurz nach Mori Linderung verschaffen, indem ich die Innensohle meiner Schuhe entfernte. Anscheinend brauchen die Füße aufgrund der hohen Temperaturen mehr Platz. 

Ciao, Servus und bis morgen!

Fußweg zwischen Trento und Rovereto

Fußweg zwischen Trento und Rovereto

Seit Bozen wandle ich nun schon auf diesem Rad-/Fußweg mit gelben  Seitenbegrenzungslinien. Die Landschaft ist schön, aber leider nicht sehr abwechslungsreich. Links ein Höhenzug, rechts ein Höhenzug, dazwischen ein flaches Tal und in der Mitte mein Weg. Ab und zu ein Dorf mit Kirche da, dann ein Dorf mit Kirche dort. Bei so viel Action fängst du irgendwann an dein Haupt zu senken und beginnst dich an dem gelben Strich zu orientieren. Gott sei Dank ist ab morgen Schluß mit Strich, denn ich verlasse den Weg Richtung Gardasee. Noch 1- 2 Tage und ich glaube, ich wäre reif gewesen für die Klapse.

Überraschenderweise machten mir heute Dorit und ihre Geschwister keine großen Probleme. (Danke an die medizinische Hilfe, in diesem Falle an meine Frau). Beim Schuhe anziehen und die erste halbe Stunde hieß es Zähne zusammenbeißen und beim ausziehen ebenfalls, aber ansonsten war es ok.

Bin heute bis Roveretto (26 km) gekommenund versuche morgen bis in die Gegend Narvene/Malcesine zu kommen. (Kenne dort ein gutes Restaurant, das die Pasta noch selber macht).

Bedanken möchte ich mich nochmals für Eure Kommentare, wobei es wirklich egal ist, ob sie lustig oder ernst, lang oder kurz, auf Deutsch oder in italienisch sind. Es ist abends nach einem langen Tag immer wieder toll zu lesen dass andere in Gedanken bei mir sind. Merci!

Ciao, servus und bis morgen!

Startete heute in Salurn zusammen mit meiner Frau (Wohnmobil blieb in Salurn, denn Rückfahrt war geplant mit der Bahn). Bei leichtem Wind und angenehmen Temperaturen hätte es der Beginn eines schönen Wandertages werden können, wenn mir nicht kurz nach Salurn das Laufen so schwer fiel. Gedanken wie: „Die 31 km bis Trento halte ich das nicht durch“, „Bringt es dem Bekanntheitsgrad der Bauchfelldialyse irgendwas wenn ich hier laufe“, „Was machst du hier“ usw. gingen mir durch den Kopf. Irgendwann stellte ich fest, dass ich mich nur mit gesenktem Haupt und die Augen fixiert auf einen gelben Wegbegrenzungsstrich weiterbewegte. Als meine Frau anriet eine Rast zu machen (ihr blieb mein Verhalten nicht unbemerkt) stimmte ich ihr zu. Ein Blutzuckertest ergab dann einen Wert, der wohl selbst einen Doc aus der Fassung gebracht hätte. Schnell ein paar Kohlenhydrate eingenommen und schon waren die ganzen negativen Gedanken verflogen. Erstaunlich wie schnell sich der menschliche Körper wieder erholen kann. Weiter ging es danach bestens gelaunt und erleichtert Richtung Trento. Ca 10 km vor dem Ziel merkte ich dass irgendwas an den Füßen nicht stimmte. Später im Wohnmobil stellten wir dann fest, dass Dorit noch Geschwister bekommen hat. Alles in allem kein guter Tag und deshalb

Ciao, servus und bis morgen!

Määäh

Määäh

Bozen Waltherplatz

Bozen Waltherplatz

Das Motto für heute. Nachdem ich gestern so viel gut gemacht habe, war es schön bis 9.30 Uhr im Bett zu liegen. Gemütlich frühstücken und dann ab nach Bozen Zentrum. Nicht einen Fuß vor den anderen, sondern strampeln war angesagt. Bei 28 Grad Celsius easy mit dem Fahrrad (wobei ich mich erst einmal an das Tempo gewöhnen musste) über die Straßen gleiten. Im Zentrum dann im Schneckentempo durch die Gassen (unser Minister a.D. Scharping hätte seine wahre Freude gehabt), eine schmackige Kost zu Mittag (kein Powerriegel) und am Nachmittag einen Espresso macchiato und einen Sprizz am Waltherplatz. Dann noch einkaufen für das Abendessen und wieder zurück. Schnell noch eine Dialyse und ab vor das Wohnmobil, wo ein gedeckter Tisch mit Speck, Kaminwurz’n, Essiggurken, Schüttelbrot und natürlich eine Flasche Vernatsch auf mich warteten. Okay, mein Gelübde keinen Alkohol während der Tour habe ich gebrochen, aber wisst ihr was, mir geht es so gut deshalb salute und

Ciao, servus und bis morgen!

(Hoffentlich wieder nüchtern)

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